Intelligente Bildüberwachung mit SnapShotter und upcam-client
Tools & Automation
So baust du dir eine smarte Bildüberwachung: Kamera-Snapshots landen automatisch in deiner WhatsApp-Gruppe –
mit Open-Source-Tools und ohne Cloud-Zwang.

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Inhalt
Warum intelligente Bildüberwachung?
Du willst wissen, was an Haustür, Garage oder im Büro passiert – aber nicht permanent auf einen Monitor starren?
Genau hier wird intelligente Bildüberwachung spannend: Kamera schießt ein Bild, ein Skript reagiert automatisch
und du bekommst nur dann eine Benachrichtigung, wenn es wirklich etwas Neues gibt.
Statt teurer Cloud-Abos oder proprietärer Apps setzt du mit SnapShotter und
upcam-client auf schlanke Open-Source-Tools. Sie laufen lokal bei dir und lassen sich
flexibel an deine Umgebung anpassen – vom einfachen Heim-Setup bis zur kleinen Firma.
SnapShotter im Überblick: Bilder automatisch an WhatsApp schicken
Kurz erklärt: Was macht SnapShotter?
SnapShotter ist ein Node.js-Skript, das einen Ordner überwacht. Sobald dort ein neues Bild
auftaucht, wird es automatisch an einen definierten WhatsApp-Chat oder eine Gruppe gesendet – anschließend
wandert die Datei in ein Archiv-Verzeichnis.
Funktionen auf einen Blick
- Echtzeit-Überwachung: SnapShotter beobachtet kontinuierlich ein Verzeichnis auf neue Dateien.
- Automatischer Versand: Neue Bilder werden direkt an einen konfigurierten WhatsApp-Chat gesendet.
- Archivierung: Nach erfolgreichem Versand verschiebt das Skript die Datei in einen Archiv-Ordner.
- Lokale Session-Speicherung: Die WhatsApp-Session wird lokal via
LocalAuthgespeichert – QR-Code nur beim ersten Start. - Konfigurierbar: Ordnerpfade, Dateitypen und Ziel-Chat kannst du bequem in einer Konfigurationsdatei anpassen.
Technisch basiert SnapShotter auf der Bibliothek
whatsapp-web.js, die den Web-Client von WhatsApp
automatisiert – so, als würdest du im Browser angemeldet sein, nur eben skriptgesteuert.
Installation & Konfiguration von SnapShotter
Voraussetzungen
- Node.js (empfohlen: aktuelle LTS-Version)
npm(wird mit Node.js mitgeliefert)- Git oder manueller Download des Repositories von GitHub
Projekt klonen & Abhängigkeiten installieren
git clone https://github.com/gzeuner/SnapShotter.git cd SnapShotter npm install
Konfiguration anpassen
Die wichtigsten Einstellungen nimmst du in der Datei src/config.js (oder analoger Konfiguration)
vor. Typischerweise definierst du:
chatName– Name des WhatsApp-Chats bzw. der GruppereadDir– Ordner, den SnapShotter überwachtsaveDir– Archiv-Verzeichnis für versendete DateienfileExtension– Dateityp der zu verarbeitenden Bilder, z. B..jpg
src/config.js// Minimalbeispiel – Pfade und Namen an deine Umgebung anpassen module.exports = { chatName: 'Kamera – Haustür', readDir: 'C:/Users/yourUser/Camera/incoming', saveDir: 'C:/Users/yourUser/Camera/archive', fileExtension: '.jpg' };
SnapShotter starten
Zum Start genügt ein einfacher Node-Aufruf:
node src/SnapShotter.js
Beim ersten Start öffnet sich ein WhatsApp-Web-Fenster. Scanne den QR-Code mit deinem Smartphone, um die Session
zu koppeln. Danach kann das Skript im Hintergrund laufen – die Session bleibt lokal gespeichert.
upcam-client: Bilder von der IP-Kamera abholen
upcam-client ist ein Java-basiertes Tool, das Bilder von IP-Kameras (z. B. UpCam Tornado HD Pro
und kompatible Modelle) herunterlädt und in einem lokalen Verzeichnis ablegt. Dieses Verzeichnis kann wiederum
von SnapShotter überwacht werden.
Voraussetzungen
- Java 11 oder höher (z. B. Amazon Corretto)
- Apache Maven
Build & Ausführung
git clone https://github.com/gzeuner/upcam-client.git cd upcam-client mvn clean package
Das erzeugte JAR findest du im Projektverzeichnis. Gesteuert wird upcam-client über eine Konfigurationsdatei
(upcamclient.properties), in der du Kamera-URL, Login-Daten, Download-Intervall und Zielordner
festlegst.
java -jar upcam-client-1.0-jar-with-dependencies.jar upcamclient.properties log4j2.xml
Der Zielordner aus der Konfiguration sollte mit dem readDir von SnapShotter übereinstimmen –
so greift alles nahtlos ineinander.
So greifen SnapShotter und upcam-client ineinander
Kamera schießt ein Bild → upcam-client lädt es herunter → SnapShotter erkennt die neue Datei →
Bild geht an deine WhatsApp-Gruppe → Datei wandert ins Archiv.
In der Praxis sieht das z. B. so aus:
- Deine IP-Kamera legt regelmäßig oder ereignisgesteuert Bilder auf dem integrierten Webserver ab.
- upcam-client fragt die Kamera ab und speichert neue Bilder in einem lokalen Download-Ordner.
- SnapShotter überwacht genau diesen Ordner und verschickt jede neue Datei automatisch via WhatsApp.
- Nach erfolgreichem Versand verschiebt SnapShotter die Datei in einen Archiv-Ordner.
So erhältst du z. B. ein Bild, sobald sich jemand an der Haustür blicken lässt – ohne dass du eine komplexe
Cloud-Lösung buchen musst.
Rechtliche & praktische Hinweise
Rechtlicher Hinweis (keine Rechtsberatung)
Die folgenden Punkte sind eine praxisnahe Orientierung, ersetzen aber keine individuelle Rechtsberatung.
Im Zweifel gilt: Im Zweifel Fachleute fragen.
- Private Nutzung: SnapShotter ist für den privaten bzw. internen Einsatz gedacht. Der Code selbst
ist unkritisch – entscheidend ist, was du überwachst und an wen du Bilder verschickst. - Einverständnis der Empfänger:innen: Alle Personen in der WhatsApp-Gruppe sollten wissen,
dass dort automatisch Kamera-Bilder landen und damit einverstanden sein. - Kein Spam, keine Werbung: WhatsApp untersagt Spam und massenhafte automatisierte Nachrichten.
Einzelne Bilder an eine private Gruppe sind normalerweise unproblematisch – aber du solltest es nicht als
Werbekanal missbrauchen. - DSGVO & Kamera-Standort: Achte darauf, dass deine Kamera keine öffentlichen Bereiche (z. B.
Gehweg, Straße) dauerhaft überwacht und dass Personen nicht unnötig aufgezeichnet werden. - Lokale Speicherung: Sowohl upcam-client als auch SnapShotter arbeiten mit lokalen Ordnern.
Prüfe trotzdem, wie lange du Bilder wirklich aufbewahren möchtest.
Ressourcen & Links
- SnapShotter auf GitHub
- upcam-client auf GitHub
- whatsapp-web.js – Dokumentation
- NSSM – the Non-Sucking Service Manager
- SnapShotter als Windows Service einrichten
Projekte stehen unter der MIT bzw. Pubic Domain-Lizenz und lassen sich frei in deinem eigenen Setup
einsetzen.



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